Bei Seitensprung kein Trennungsunterhalt!

Leben Ehegatten getrennt voneinander kann grundsätzlich Unterhalt vom anderen Ehegatten in angemessener Höhe verlangt werden. Maßgeblich hierfür sind die Lebensverhältnisse sowie die Erwerbs- und Vermögensverhältnisse der Ehegatten. Dieser Unterhaltsanspruch wird als Trennungsunterhalt bezeichnet.

In bestimmten Fällen kann der Anspruch jedoch verwirkt werden.

Das Oberlandesgericht Zweibrücken hat in einem Urteil (Az.: 2 UF 102/08) ein solches Fehlverhalten darin gesehen, dass die Ehefrau als grundsätzlich Unterhaltsberechtigte schon vor der Trennung der Ehegatten eine intime Beziehung zur ihrem jetzigen Lebensgefährten aufgenommen hat und mit diesem unmittelbar nach der Trennung eine eheähnliche Gemeinschaft begründet hat.

Das Gericht führte aus, dass das Verhalten der Ehefrau die Ursache für das Scheitern der Ehe war. Der entscheidende Gesichtspunkt für die Annahme einer Verwirkung sei vorliegend die Widersprüchlichkeit des Verhaltens der Ehefrau. Einerseits löse sie sich aus der ehelichen Bindung andererseits fordere sie aber die eheliche Solidarität durch ihr Unterhaltsbegehren. Dabei würde das Prinzip der Gegenseitigkeit verletzt, da die Ehefrau sich gegen den Willen des Ehemannes einem anderen Partner zugewendet habe und diesem die dem Ehegatten geschuldete Hilfe und Betreuung zukommen lasse.

Anders könne der Fall nur beurteilt werden, wenn die Aufnahme der Beziehung erst zu einem Zeitpunkt erfolgt sei, als der Ehemann sich seinerseits bereits von der Ehefrau abgewandt habe. Ähnlich beurteilte dies auch das Oberlandesgericht Köln (Az.: 4 UF 79/06) und das Oberlandesgericht Hamm (Az.: II-8 UF 109/10).

Lassen Sie sich in Scheidungssachen von unserer Kollegin, Frau Rechtsanwältin Windecker, beraten.