Kuckuckskinder und die Folgen!

Für viele Väter ist die Vorstellung nicht der leibliche Vater ihres Kindes zu sein ein Alptraum. Aber auch viele Kinder leiden, wenn sie nicht sicher wissen woher sie stammen. Oft bleibt nur ein Gentest, um die genetische Abstammung eindeutig zu klären.

Für diesen ist aber die Einwilligung des jeweilig anderen Beteiligten notwendig. Weigert sich einer der Beteiligten die Einwilligung zu erteilen, so kann das Familiengericht diese auf Antrag gemäß § 1598a Abs. 2 BGB ersetzen und die Duldung einer Probeentnahme anordnen.

Dies gilt jedoch nur, soweit ein Anspruch auf Einwilligung in eine genetische Untersuchung besteht. Dieser Anspruch besteht gemäß § 1598a Abs.1 BGB nur für den rechtlichen Vater, die Mutter und das Kind jeweils gegenüber den anderen soeben genannten Beteiligten. Der Personenkreis ist abschließend. Sonstige Verwandte sind nicht klärungsberechtigt. Ist das Kind minderjährig, muss es durch seine gesetzlichen Vertreter vertreten werden.

Für den gegebenenfalls leiblichen Vater bietet §1598a keine Möglichkeit die Einwilligung zu ersetzen. Er hat den Weg über das Vaterschaftsfeststellungsverfahren beziehungswiese das Anfechtungsverfahren zu beschreiten. Sind jedoch die Anfechtungsfristen abgelaufen, hat der gegebenenfalls leibliche Vater keine Möglichkeit die Vaterschaft klären zu lassen, wenn das Kind nicht freiwillig bereit dazu ist.

Häufig ziehen die Beteiligten daraus die Konsequenz einen heimlichen Gentest durchzuführen, dies ist seit Einführung des Gendiagnostikgesetzes in Deutschland so gut wie unmöglich. Weswegen oft auf ausländische Institute zurückgegriffen wird. Die so erlangten Ergebnisse sind jedoch rechtswidrig erlangt und vor Gerichten nicht verwertbar. Das Gendiagnostikgesetz besagt in § 26 Abs. 1 Nr. 7, dass wer eine genetische Untersuchung ohne die erforderliche Einwilligung vornehmen lässt, eine Ordnungswidrigkeit begeht und verhängt dafür ein hohes Bußgeld. Will man dies nicht in Kauf nehmen, bleibt lediglich ein Umgangsverfahren anzustrengen, um durch eine inzidente Abstammungsklärung Gewissheit über die Vaterschaft zu erlangen.

Andersherum hat das Kind aber auch keinen Anspruch gegen den gegebenenfalls leiblichen Vater. Auch hier bleibt lediglich der Verweis auf die Vaterschaftsanfechtung mit anschließender Vaterschaftsfeststellung.

Insgesamt ist die momentane rechtliche Lage in einigen Konstellationen unbefriedigend. Es bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Insbesondere da die Ungewissheit für die Beteiligten oft mit einer hohen psychischen Belastung ein her gehen.

In allen familienrechtlichen Verfahren und Fragen berät Sie unsere Kollegin, Frau Rechtsanwältin Windecker!