Unfall mit altem Auto – was nun?

Sie hatten einen Unfall, haben sich über die Höhe einer täglichen Nutzungsentschädigung informiert, die gegnerische Versicherung zahlt, allerdings nicht den vollen Betrag, den Sie erwartet hatten? Dies möglicherweise vollkommen zu Recht.

Die Berechnung der Nutzungsausfallentschädigung erfolgt grundsätzlich über die Tabellen von Sanden/Danner/Küppersbusch, die Fahrzeuge in einzelnen Gruppen kategorisieren. Die dort aufgeführten Gruppen können aber nicht immer eins zu eins übernommen werden. So werden Pkw, die älter als fünf bzw. zehn Jahre sind, jeweils um eine Fahrzeuggruppe herabgestuft. Dies nicht nur durch die für den Schaden haftenden Versicherungen, sondern auch durch die Richter im gerichtlichen Verfahren. So hat zuletzt das OLG Düsseldorf in seinem Urteil vom 27.03.2012 – 1 U 139/11 festgestellt, dass der Nutzungswert eines älteren Fahrzeugs gegenüber demjenigen eines neueren Fahrzeugs auf Grund der Fortentwicklung der Fahrzeugtechnik erheblich geringer ist. In den Tabellen sind bei der Berechnung der Nutzungswerte jedoch Mietsätze für Neufahrzeuge zu Grunde gelegt. Diese sind die Grundlagen und Anhaltspunkte für die Bemessung der Nutzungsausfallentschädigung. Damit der Geschädigte aber durch den Unfall mit einem älteren Wagen nicht derart besser gestellt werden soll, als wäre er im Besitz eines Neufahrzeuges, wird eine Herabstufung in den jeweiligen Fahrzeuggruppen der Tabellen vorgenommen.

Und Achtung: Dieses gilt auch für den Ersatz von Mietwagenkosten. Vermietungsfirmen achten selbst bei der Bitte des Geschädigten, ihm nur ein Fahrzeug in einer geringeren Klasse zu vermieten, nicht immer darauf. Dies hat schließlich zur Folge, dass durch die gegnerische Versicherung nicht alle Kosten ersetzt werden.

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